Sigi Feigel Gastrpofessur

Projekte


Im August 2011 ist der neuste (dritte) Bericht über das Frühlingssemester 2011 der Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien an der Uni Zürich mit Prof. Dr. Carl S. Ehrlich, Toronto, herausgekommen.

→  Sie finden diesen neuen Bericht zum FS 2011 von Projektleiter Professor Werner Kramer, Ehrenpräsident GMS, wie auch die früheren Berichte zur Sigi Feigel Gastprofessur an der Universität Zürich, im Format pdf unter den Attachments am Ende dieser Seite.


 

Link zur Website der Universität Zürich zur Sigi Feigel Gastprofessur für Jüdische Studien


Die “Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien an der Universität Zürich“ ist Wirklichkeit geworden! Sie startete offiziell am Montag, 22. Februar 2010.

Die Ausschreibung zur ersten Besetzung der Gastprofessur fand mit über zwanzig Bewerbungen ein grosses Echo aus aller Welt. Für die erstmalige Besetzung im Frühjahrs­semester 2010 wurde die Philosophieprofessorin Myriam Bienenstock von der Université François Rabelais in Tours, Frankreich, gewählt.

Ihre Vorlesung „Das Erinnern: Zachor“ befasst sich nicht nur mit der für das Judentum grundlegenden Frage des heilsgeschichtlichen Erinnerns, sondern auch mit der notwendigen Arbeit des Erinnerns an die schicksalhaften Leidenserfahrungen in der Geschichte. Das erste Seminar der Sigi Feigel Gastprofessur ist dem Thema „Philosophie und Religion beim ’frühen’ Levinas“ gewidmet. Die Veranstaltungen sind offen für alle interessierten Personen. 

Die Theologische Fakultät organisierte bereits im Dezember eine Gastvorlesung von Prof. M. Bienenstock. Dies gab einem grossen Kreis von Menschen, auch aus dem Kreis der Gönner­schaft der Sigi Feigel-Gastprofessur, die Gelegenheit, in Kontakt mit Frau Bienenstock zu treten. So hoffen wir auf eine gute fachliche und menschliche Ausstrahlung ihrer Tätigkeit im ersten Semester. 

Die finanzielle Sicherung des geplanten Zeitraums von zehn Jahren ist bisher zu drei Vierteln geglückt: Von den budgetierten CHF 850'000 haben wir von Stiftungen und Einzelpersonen bereits feste Zusagen über CHF 670'000 erhalten. Wir unternehmen neue Anstrengungen, um die Restsumme von CHF 180'000 bis zum Frühjahr 2011 sicher zu stellen. Für alle Unter­stützung sind wir dankbar. 

Prof. Werner Kramer
Ehrenpräsident GMS und Projektleiter Sigi Feigel Gastprofessur




Projektbeschrieb

a)  Das Projekt hat  zwei Wurzeln:       

1.  Das Wirken Sigi Feigels, des herausragenden Zürchers jüdischer Herkunft im Sinne eines Sprechers und Vorbildes vieler Menschen der jüdischen Minderheit und der nichtjüdischen Mehrheit in Zürich und in der Schweiz.        
Sigi Feigel ist am 28. August 2004 in Zürich gestorben. Sein Wirken als Interpret und Brückenbauer in aufbrechenden Fragen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Ein­wohnern sowie als Fürsprecher für Lebensrecht und Eigenart verschiedener einge­sessener und eingewanderter Minderheiten in unserer Bevölkerung ist unvergessen. Seine Bedeutung wurde auf verschiedene Weise gewürdigt, sein Andenken wurde geehrt, u. a. dadurch, dass die Stadt Zürich die neu entstandene Terrasse bei der Gessnerallee "Sigi Feigel-Terrasse" taufte.           
Dieses Gedenken hat uns gefreut. Aber uns bewegt zudem die Frage: Was kann getan werden, dass das, wofür Sigi Feigel lebte und wirkte auf neue, aktuelle Art in die Zukunft weiter lebt und wirkt? Wie kann der selbe offene Geist für Problemlösung, Verständigung und Kulturvermittlung auch ohne Sigi Feigel heute und in Zukunft Wirkung entfalten? Dieses Anliegen führte zum Projekt "Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien".       

2.  Im Rahmen der Universität Zürich fehlt das Fach Judaistik, fehlt ein Lehrstuhl für Judaistik    im Unterschied etwa zum Fach Islamwissenschaft. Wohl wird an der Theologischen Fakultät hebräische Sprache unterrichtet und das hebräische Alte Testament im Sinne der Biblischen Wissenschaft erforscht. Wohl ist am Religions­wissenschaftlichen Seminar auch Jüdische Religion im Turnus Lehrgegenstand, aber es fehlt die Möglichkeit, in einer gewissen Kontinuität Jüdische Studien zu treiben.           
Die Realisierung des Projekts "Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien" würde diesen Mangel wenigstens mit gewisser Reichweite beheben. Dies ist ein Anliegen sowohl einer Gruppe kulturell und interkulturell engagierter Menschen aus dem Umfeld Sigi Feigels, als auch aus dem Kreis der an Fragestellungen Jüdischer Philo­sophie, Religion, Kultur und Geschichte interessierter Personen Forscher und Studie­render.
    

b)    Umrisse des Projekts "Sigi Feigel-Gastdozentur für Jüdische Studien"       

Die "Sigi Feigel-Gastdozentur für Jüdische Studien" ist der Martin Buber-Gastdozentur an der Universität Frankfurt a. M. nachgebildet.       

1.  Struktur/Kadenz:           
Jedes Sommersemester ist ein Professor/eine Professorin von auswärts für ein volles Pensum engagiert, hält Vorlesungen, Seminare, Übungen, leitet Forschungsprojekte mit Studierenden und betreut deren Qualifikationsarbeiten.
           
Zum Pensum gehört auch eine sogenannte Vorlesung für Hörer aller Fakultäten, welche hier den Charakter einer "Vorlesung für Menschen der ganzen Stadt" hat und sinnvollerweise abends durchgeführt wird.
       

2.  Themenbereiche:  
Grundsätzlich sind alle Themenbereiche möglich, die im Judentum wurzeln und eine Ausstrahlung über das Judentum hinaus haben. Z. B.:
           
-    Jüdische Philosophie und Religionsphilosophie
           
-    Jüdische Religionsgeschichte
           
-    Jüdische Denker in Geschichte und Gegenwart
           
-    Geistige Strömungen im zeitgenössischen Judentum
           
-    Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte
           
-    Jüdische Religionswissenschaft
           
-    Geschichte und Zeitgeschichte der europäisch-jüdischen Literatur, Kultur, Kunst
           
-    Soziale Gruppierungen, Fundamentalismus, zeitgenössische jüdisch-zionistische Mythologie
           
-    Geschichte und Kultur des Ostjudentums
           
-    Sephardisches und askenasisches Judentum heute
           
u. a. m.

3.  Dozentinnen/Dozenten:           
Der Ordinarius am Religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich hat eine Liste von in Frage kommenden Dozentinnen und Dozenten zusammengestellt. Diese umfasst Professorinnen und Professoren aus Paris, Haifa, New York, Boston, Potsdam, Jerusalem, Berkeley, Tel Aviv etc.
       

4.  Kooperation mit dem Institut für Jüdische Studien der Universität Basel:           
Um Konkurrenz und Überschneidungen mit dem bestehenden Institut für Jüdische Studien der Universität Basel zu vermeiden und um Synergien zu erreichen, wurde eine entsprechende Absichtserklärung der verantwortlichen Professoren in Zürich und Basel erarbeitet, welcher nach der Realisierung der Sigi Feigel-Gastprofessur rechtliche Verbindlichkeit zukommen soll.


5.  Initianten:           
Initianten des Projektes sind eine Gruppe von Personen, die dem Freundes- und Bekanntenkreis Sigi Feigels zugerechnet werden können und über Jahre mit Sigi Feigel zusammengearbeitet haben wie Prof. Dr. Werner Kramer, Präsident der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS), Dr. Ulrich Bär, Vizepräsident GMS, Dr. Ronnie Bernheim, Präsident der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus. Andererseits gehören Professoren der Universität Zürich zum Kreis der Initianten wie der Religionswissenschafter Prof. Christoph Uehlinger, der Ethiker Prof. Dr. Johannes Fischer, der Philosoph Prof. Dr. Helmut Holzhey.
       

 


 

 

 

Aktuell

→  Dritter Bericht zum Frühlingssemester 2011 der Sigi Feigel Gastprofessur an der Universität Zürich.

→ 
Solothurner Landhaustagung 

→ 
Ausschaffungsinitiative und Minarettverbots-Initiative

→  Projekt Muslimische Grabfelder Im St. Galler Tagblatt vom 28. September 2011 erschien ein neues Interview mit Dr. Giusep Nay zur Debatte um muslimische Grabfelder auf Friedhöfen im Kanton St. Gallen.

 

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