Fischhof-Preis
Fischhof-Preis
Gemeinsam mit der Stiftung GRA verleiht die GMS alle zwei Jahre den Nanny und Erich Fischhof-Preis an Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich in der Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus in der Schweiz verdient gemacht haben.
Frau Nanny Fischhof-Barth stiftete den Preis im Andenken an ihren Mann Erich Fischhof, der als Flüchtling in der Schweiz eine Heimat fand, nachdem er als Kind in Österreich unter Antisemitismus und nazistischen Repressionen gelitten hatte. Seine Eltern kamen in Konzentrationslagern um. Der Preis ist aber auch eine Erinnerung an Frau Fischhofs Schwester, die nach der Heirat mit einem Belgier vor dem Zweiten Weltkrieg die Schweizer Staatsbürgerschaft verlor und trotz dringender Appelle an die damaligen Bundesbehörden nicht mehr in die Schweiz einreisen durfte, den Deutschen ausgeliefert und umgebracht wurde. Es ist der Wunsch von Frau Fischhof-Barth, dass mit dem "Fischhof-Preis" Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die in vorbildlicher Weise ihre Stimme gegen Rassismus, Antisemitismus und jegliche Form von Diskriminierung erheben.
Fischhof-Preis 2011 an Dr. Claudia Kaufmann und Ständerat Dick Marty verliehen
Zürich, 25. Oktober 2011 – Die GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus und die GMS Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz haben am 25. Oktober 2011 mit der Verleihung des diesjährigen Fischhof-Preises im Zunfthaus zur Meisen in Zürich wiederum zwei Persönlichkeiten geehrt, die sich während vieler Jahre in verschiedenen Funktionen intensiv für die Menschenrechte engagiert und im Einsatz für die Rechte von Minderheiten sowie gegen Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung verdient gemacht haben.

(Copyright by Vivianne Berg)
v.l.n.r.: Prof. Werner Kramer (Ehrenpräsident GMS), Dr. Giusep Nay (a.Bundesgerichtspräsident und GMS Vorstand), Dr. Claudia Kaufmann (Fischhof-Preisträgerin 2011), Dr. Ronnie Bernheim (Präsident GRA), Corine Mauch (Stadtpräsidentin Zürich), Ständerat Dr. Dick Marty (Fischhof-Preisträger 2011), a.Nationalrätin Cécile Bühlmann (Vizepräsidentin GMS + Laudatorin für Claudia Kaufmann), Prof. Daniel Thürer (Laudator für Dick Marty).
Die GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus und die GMS Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz haben am 25. Oktober 2011 den diesjährigen, mit insgesamt CHF 50'000 dotierten Fischhof-Preis an Dr. Claudia Kaufmann, Ombudsfrau der Stadt Zürich, und an Dr. Dick F. Marty, Tessiner FDP-Ständerat und Mitglied des Europarates, verliehen. Damit sind dieses Jahr wiederum zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet worden, die sich durch ihre Haltung und Taten ganz besonders für die Rechte von Minderheiten, Respekt, Aufklärung und im Kampf gegen Ausgrenzung und Rassismus jeglicher Art verdient gemacht haben. Die Zürcherin Nanny Fischhof-Barth stiftete den alle zwei Jahre verliehenen Preis in Erinnerung an ihre Schwester, die durch Heirat mit einem Belgier den Schweizer Pass verloren hatte, nicht mehr in ihre Heimat eingelassen und so als Jüdin durch die Nazis ermordet wurde. Gleichzeitig war sie dankbar, dass ein österreichischer Jude im Krieg in der Schweiz aufgenommen und so später ihr Ehemann geworden war.
Der nun geehrten Claudia Kaufmann wurde der Fischhof-Preis 2011 verliehen in Anerkennung ihrer wegweisenden Arbeit für die Gleichstellung der Frau, die sie in der Schweiz geleistet hat, in Würdigung ihrer Leistungen für die Rechte der Fahrenden in der Schweiz, insbesondere für die Stärkung des Vertrauens zwischen Behörden und Jenischen, Sinti und Roma, für die sie sich vorbildlich eingesetzt hat, und als Dank für ihren unerschrockenen Einsatz, jedem Menschen ungeachtet von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Kultur, Religion zu seinem Recht zu verhelfen. In allem hat sie sich bewährt als zuverlässige Anwältin der Menschen- und Persönlichkeitsrechte in unserem Lande.
Dick Marty erhielt den Fischhof-Preis 2011 als Dank für seinen jahrzehntelangen, unbestechlichen Einsatz als Anwalt und Politiker für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in der Schweiz und im Ausland, in Würdigung seiner Unerschrockenheit in den Untersuchungen zu geheimen Gefangenentransporten und -lagern in Europa, sowie in Anerkennung seiner mutigen Nachforschungen über Kriegsverbrechen an Gefangenen während des Kosovo-Krieges. In allem hat er sich ohne Rücksicht auf die eigene Person für Recht und Gerechtigkeit exponiert.
An einer stimmungsvollen Feier mit vielen Gästen hielt a.Nationalrätin Cécile Bühlmann die Laudatio für Claudia Kaufmann. Prof. Daniel Thürer, Professor für Völkerrecht an der Universität Zürich, war Laudator für Dick Marty.
Die Medineinformationen sowie die Texte der Fischhof-Preis-Reden 2011 finden Sie in den Attachments am Ende dieser Seite, ebenso die Fischhof-Einladung 2011 mit dem Programm und den Lebensläufen.



